Pressemitteilung
 7. März 2017

Gleichstellung braucht Frauenförderung

Fraktion Bündnis 90/ Die Grünen reicht Antrag ein!

Katharina Krefft, Fraktionsvorsitzende fordert: „Was sich im öffentlichen Dienst bewährt hat, sollte auch in der Wirtschaft  gelten und dort eingeführt werden: Frauenbeauftragte und Frauenförderpläne.“

Wie sonst soll die vom Stadtrat für alle Unternehmen vorgegebene Frauenquote erreicht werden? Wie sollen Frauen für Führungsaufgaben entwickelt werden, wenn nicht durch gezielte Förderung?

„Personalentwicklung ist sowohl im öffentlichen Dienst wie auch in der Wirtschaft ein großes Thema. Wir wollen, dass dabei die Biographien und Lebenslagen von Frauen die Beachtung finden, die für bessere Arbeitsorganisation und geeignete Förderung für Führungsaufgaben nötig sind“, beschreibt Katharina Krefft die Aufgabe für die Unternehmen.

Weiterhin sind Frauen in der Führungsebene der städtischen Unternehmen unterrepräsentiert. Um in Zukunft die gesetzlichen Anforderungen an die Gleichstellung von Männern und Frauen erfüllen zu können, müssen die städtischen Unternehmen sich besser aufstellen. „Dann wird´s auch was mit der Quote“, schließt Katharina Krefft.


Anlage

Antrag VI-A-03914: Frauenförderung in städtischen Unternehmen

 1.        Die Beteiligungsunternehmen der L-Gruppe, die LWB GmbH und die Sankt Georg gGMBH werden aufgefordert, zukünftig Frauenförderpläne aufzulegen und eine Frauenbeauftragte, angesiedelt bei den Geschäftsführungen, im Unternehmen zu etablieren.
 2.        Der Oberbürgermeister wird in seiner Rolle als Gesellschafter beauftragt, eine entsprechende zeitnahe Umsetzung zu begleiten.
 3.        Die Unternehmen werden aufgefordert, über die Umsetzung jährlich im Berichtswesen des Unternehmens Bericht zu erstatten.

Sachverhalt:

In Leipzig gibt es rund 100 städtische Unternehmen mit etwa 15 000 Beschäftigten. Während für den öffentlichen Dienst mit seinen rund 6000 Beschäftigten die gesetzliche Pflicht zur Benennung von Frauenbeauftragten und Erstellung von Frauenförderplänen besteht, gelten diese nicht für die großen Teile der Verwaltung, die in Eigenbetrieben und Unternehmen ausgegliedert sind. Denn für diese bestehen in Sachsen aktuell keine Vorgaben. Gleichwohl werden mit der Novellierung des Gleichstellungsgesetzes des Landes Sachsen solche Vorgaben für Beteiligungsunternehmen erwartet. Mit der Einrichtung einer Frauenquote für Aufsichtsräte und Vorstände ist gezielte Personalentwicklung nur folgerichtig.

Städtische Unternehmen haben eine gesellschaftspolitische Vorbildwirkung.

Aufgabe von Frauenbeauftragten ist die Begleitung und Beratung der Entscheidungsebene, hier also der Geschäftsführungen, in Fragen der Situation der weiblichen Beschäftigten. Ziel soll die Schaffung von guten Arbeitsbedingungen und guter Arbeitsorganisation für Frauen und gute Personalentwicklung von Frauen sein. Mit dem Frauenförderplan sollen gezielt Maßnahmen beschrieben und durchgesetzt werden, die zur Gleichstellung von Männern und Frauen nötig sind. Dabei kommt dem Berichtswesen hohe Bedeutung zu: erst mit der Erfassung geschlechtsspezifischer Daten kann die Situation der Frauen und abgeleitet daraus der Grad der Gleichstellung von Frauen in den Unternehmen sichtbar gemacht werden.

Die Charta für die Gleichstellung von Frauen und Männern in Europa, nach dem Ratsbeschluss am 2.Juli 2012 vom Oberbürgermeister unterzeichnet, sieht im Artikel 11 „Rolle als Arbeitgeber“ und im Artikel 27 „wirtschaftliche Entwicklung“ entsprechende Selbstverpflichtungen.

Abschließend sei darauf verwiesen, dass kommunale Unternehmen in der Gleichstellung von Frauen und Männern eine wesentliche Rolle spielen*. In kommunalen Unternehmen werden 54 % der öffentlichen Investitionen geleistet und 59 % der öffentlichen Verschuldung geschultert. (Daten kommunaler Finanzreport).

*aus: Papenfuß, Frauen in öffentlichen Unternehmen in Leipzig, Vortrag im Gleichstellungsbeirat 10.2.14