Pressemitteilung 
12. Juni 2014 

Kürzung in den Schulsekretariaten wurden dem Stadtrat untergejubelt! 


Zur angekündigten Stellenkürzungen in den Schulsekretariaten der Stadt Leipzig meint Katharina Krefft, Vorsitzende und schulpolitische Sprecherin der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen: 

„Von den geplanten Kürzungen im Personalbestand der Schulsekretariate durch die Stadt Leipzig wurden wir vor etwa zwei Monaten von Elternvertretern informiert und zugleich überrascht. Unsere Stadtratsanfrage von Mai 2014 brachte etwas mehr Licht ins Dunkel. So plant die Stadtverwaltung mit einem neuen Bemessungsmodell, was letztlich eine 10%igen Stellenkürzung in den Sekretariaten Leipziger Schulen bereits in diesem Jahr bedeutet. 

Von den geplanten Kürzungen wurde meine Fraktion überrascht. In den Haushaltsplanungen werden sowohl die einzelnen Budgets der Ämter als auch deren Stellenpläne detailliert vorgestellt. Von den Kürzungen in den Schulsekretariaten war dabei nie die Rede, diese wurden aus meiner Sicht dem Stadtrat regelrecht untergejubelt. Ich bin mir nicht sicher, ob der Stellenplan und letztlich auch der Haushalt sonst so eine Zustimmung gefunden hätten. 

Warum aber haben die Leipziger Schulsekretariate im Vergleich zu anderen Städten wie Dresden und Chemnitz eine überdurchschnittlich gute Personalausstattung? Ich halte es für dreist, zu vermuten, Leipzig hätte den Zeitgeist nicht erfasst und unter diesem Vorwand als Maßnahme für Wirtschaftlichkeit und Sparsamkeit Personalabbau zu betreiben. Vielmehr sollten sich auch die anderen Städte Gedanken über die Qualität und Quantität  ihrer Arbeit machen und Leipzig sich seiner Vorbildwirkung bewusst werden. 

Die SchulsekretärInnen leisten in den Schulen eine zentrale Arbeit, sie sind erster Ansprechpartner für die Eltern und Mittler zwischen Schule und Elternhaus. Häufig sind sie bei Problemen im Schulalltag gefragt, können durch ihre Kenntnisse der Schulsituation, aller Kinder und Lehrkräfte schnell und unkompliziert unterstützen. Eine enge Bindung zu den Schülern, Eltern und Lehrkräften ist dabei unabdingbar. Zukünftig werden einzelne SchulsekretärInnen für mehrere Schulen zuständig sein, dies wird unweigerlich zu größeren Schließzeiten und zeitweise fehlenden Ansprechpartnern führen. Zudem werden die häufig schon jetzt nicht mit einem vollen Arbeitsvertrag ausgestatteten SekretärInnen weitere Stunden- und Gehaltseinbußen zugemutet. Auch hier sehe ich die Stadt in der Pflicht! 

Es ist daher für mich nicht nachvollziehbar, wie die Verwaltung zu der Einschätzung gelangt, dass die geplanten Kürzungen nicht zu einer Beeinflussung der guten Qualität der Arbeit führen wird. 

Auch die Schulbibliotheken und Leseräume drohen noch in diesem Jahr von einer massiven Kürzungswelle erfasst zu werden. Auch hier erwarten wir von der Verwaltung, schnellstens Lösungen zu finden, um die gute Qualität aufrecht zu erhalten!“