Mut in verschiedensten Facetten? Keine Vielfalt beim „Leipziger Leben“.

 

-      ein Wirt mit eigenem Kopf

-      ein mutsprechender Professor

-      die mutigen Männer der Leipziger Gruppe

-      ein Held, der sich die Augen verdeckt

-      ein mutiger Skyjumper

-      der mutige Fußballer

-      der Magistralenmanager und sein Team

-      ein L – mit dem Herrn Dr. Menke von der LVV mit einer Botschaft für die Bürger

-      ein Held aus der Baumwollspinnerei

-      preisgekrönte Männer und viele viele Schlachten

-      Sprücheklopfer

-      ein heldenmutiger Seiltänzer

-     und eine Frau, die einen Kinderwagen schiebt, eine Frau, die sich um ihr Kind kümmert und das Familienglück sichert, eine freudige Frau, die für die Vorteilskarte wirbt, eine Kreative, die für die Jungs tippt und: eine Studentin. Wegen der Bildung.

 

Wo nur gibt es so was altbackenes, überholtes, langweiliges?

Im neuen Magazin der Leipziger Gruppe

Der Leipziger

Hier ist Mut jung, weiß, männlich. Frauen schaukeln Freiheit oder eben Babys. Andere kommen gar nicht vor.

Oberbürgermeister Jung leitet in des neue Heft ein und freut sich über die Vielfalt, die Leipzig bietet. Doch hier wird mehr versprochen als gehalten, und das ist ein Problem.

Es wirft einen dunklen Blick auf die Macher in dieser Stadt. In den Führungsetagen der Leipziger Holding sind inzwischen 100% Männer. Es ist ein Problem, wenn diese Führungskräfte und Entscheider ihre Sicht auf die Welt verbreiten und nicht merken, dass das chauvinistisch ist.

Und es ist chauvinistisch, nur junge, weiße, schlanke Männer zu präsentieren, die zwar super kreativ sind und ja, auch Kinder schaukeln, aber die ganze Vielfalt überblenden. Denn das ist nicht das Leipziger Leben. Nein, das ist nicht die Vielfalt, die diese Stadt bietet.

Und doch: die Stadt ist bunt. Sie atmet Vielfalt – gerade auch auf den liberalisierten Märkten. Dabei soll's bei der Kampagne doch darum gehen. Mehr Identifikation mit den städtischen Unternehmen, mehr Leipziger Interesse, denn die LVV-Holding: das sind doch wir. Wir Leipzigerinnen und Leipziger.

 

Die Frage liegt nahe: Ihr wart wohl übermütig?

Denn es gab sie, die Hinweise und Kritiken zur Kampagne. Ihr wart gewarnt. War das umsonst? Ist es mutig, männlich, stark, zu überhören, übersehen.

Mut ist nicht jung, weiß oder männlich. Mut ist so vielfältig wie die, die Mut beweisen. Im Alltag, auf ihrem Lebensweg, in der Gesellschaft, gegenüber der Familie, an der Arbeitsstelle, bei Gefahren, auf der Flucht. Die, die mutig sind, sind alt, und jung, sie sind rund, und schön, sie tragen Kopftuch oder einen Hut.

Mutig sind in diesen Tagen die, die sich für Vielfalt einsetzen! Das ist nicht so schön und leicht, wie das Heft „Leipziger Leben“ nahelegt, aber das ist es nun mal, was es ausmacht, die Leipziger Freiheit zu vertreten.