Gläserne Stadträtin  
   
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Stadträtin Bündnis 90/ Die Grünen Leipzig
 
 

Biographie

 38 Jahre in Stichpunkten:

1978 in Bad Kissingen geboren, seit 2000 in Leipzig lebend, tätig als Ärztin in der Facharztweiterbildung, verheiratet, drei Töchter und zwei Söhne (Anna Deborah, Anna Henriette, Anna Beatrix, Hans Friedrich und Hans Richard).

Seit 2004 Stadträtin. Fraktionsvorsitzende der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen im Stadtrat Leipzig im Duo mit Norman Volger.

Sozial- und schulpolitische Sprecherin der Fraktion. Tätig im Fachausschuss Jugend, Soziales, Gesundheit, Schule und im Verwaltungsausschuss. Zeitweilig Mitglied im Fachausschuss Umwelt und Ordnung.

Aufsichtsrätin der LVV (Leipziger Versorgungs- und Verkehrsgesellschaft mbH, Aufsichtsrätin der Klinikum St. Georg gGmbH.

Stellvertretendes Mitglied im Gleichstellungsbeirat.  

 

 Mitglied bei Bündnis 90/Die Grünen seit 1994

1998-2001 Mitglied in Vorständen der Grünen Jugend (Land und Bund), 2001-2003 Kreisvorstand Leipzig, 2003-2005 Landesvorstand;

2002 Geschäftsführerin des Kreisverbandes; 2002-2004 Büroleiterin im Wahlkreisbüro; von 2002 bis 2012 Delegierte für den Bundesfrauenrat bei Bündnis 90/Die Grünen. Zeitweilig Mitglied in den Bundesarbeitsgemeinschaften Frauen und Gesundheit & Soziales.

 

Mitgliedschaft in Vereinen:

  • Eine Welt Verein
  • Verein zur Förderung der Städtepartnerschaft Leipzig – Addis-Abeba
  • Ökolöwe e.V.
  • Gründungsmitglied im RAA Leipzig – Verein für Interkulturelle Arbeit, Jugendhilfe und Schule e.V.
  • Leipzig 2015 e.V.

 

 

 

Neue Verantwortung in meiner 3. Wahlperiode

Mit einem hoch bewegenden Wahlergebnis haben Sie mich in meine 3. Wahlperiode in die Leipziger Ratsversammlung gewählt. Seit inzwischen 10 Jahren vertrete ich unsere Fraktion bei Sozial- und Schulpolitik, ergänzt um die Frauenpolitik. Über die Jahre wuchs mein Verantwortungsbereich und ich wurde Mitglied im Verwaltungsausschuss, der die Beteiligungen der Stadt steuert. Die gestiegene Verantwortung ist nach außen auch an meiner Funktion als Vorsitzende im Duo mit Norman Volger sichtbar geworden. 

Unser Markenzeichen sind öffentliche Veranstaltungen und Öffentlichkeitsarbeit. Damit werden wir die Information, Diskussion und Beteiligung der Bürgerschaft mit unseren Möglichkeiten organisieren. Der Live-Ticker, an den Sie sich schon in der vergangenen Wahlperiode gewöhnen konnten, akzentuiert die Berichterstattung grüner Themen. Lesen können Sie weiterhin in unserem „Ratschlag“ und auf der erneuerten Online-Präsenz. Gesteigert haben wir unser Veranstaltungsangebot. Anhörungen, Fachgespräche Radtouren, Podiumsdiskussionen – wir wollen Sie hören, teilhaben lassen und mitnehmen in die spannende, oft aber auch mühselige Stadtpolitik.

Wir haben Ohren, Augen und unsere politischen Sinne, aber wir vermögen nicht alles zu erfahren. Informieren Sie uns, wenn ihnen Entwicklungen missfallen, wenn Sie Ideen für besseres Verwaltungshandeln haben oder zu einer bürgerfreundlicheren und grüneren Stadt beitragen möchten. Die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen versteht sich als Vehikel in die Ratsversammlung, und tatsächlich haben wir uns die Funktion des Sprachrohres der Bürgerschaft über viele Jahre redlich verdient. 
Unterstützen Sie uns bei den mächtigen Kampagnen gegen die Interessen der Bürgerschaft. Wenn sich Interessengruppen für eine autozentrierte Verkehrpolitik stark machen, ist eine kritische Masse nötig die den Passanten, Radfahrenden und kleineren oder langsameren Verkehrteilnehmenden Wort verschafft. Wenn eine Stadt ihr eigenes Wachstum in den Kreissälen oder auf dem Wohnungsmarkt nicht mitbekommt, dann brauchen wir Ihre Füße für mehr Kita-, Schul- oder Jugendangebote, für sozialen Wohnungsbau, für den Erhalt urbanen Freiraumes. Wenn verirrte Bürger Rechtspopulisten auf den Leim gehen, dann brauchen wir ihren Mut, in Versammlungen oder bei Demonstrationen für das weltoffene und menschenfreundliche Leipzig aufzustehen.

Die Kommunalpolitik der Stadt Leipzig ist vielfältig, reich an Themen, klamm an Finanzen, großartig im Repräsentieren und kleinmütig im verantwortungsvollem Handeln. Für die harten Auseinandersetzungen mit dem Oberbürgermeister sind wir auf Sie angewiesen. Seien Sie Ihre eigene Interessenvertretung, lassen Sie andere nicht alleine ihre vermeintlichen Interessen lautstark posaunieren. Ihr Lebensort, ihr Alltag, ihre Vorstellung von Gemeinwesen – das ist unser Wahlauftrag.

Auftakt zu meiner zweiten Wahlperiode im Stadtrat

In der zweiten Wahlperiode gehöre ich nunmehr zu den "alten" Hasen. Für die kommenden fünf Jahre habe ich mir aus der Erfahrung meiner ersten Wahlperiode insbesondere vorgenommen, die Kontakte zu den Bürgerinnen und  Bürgern auszubauen. Denn ich konnte erleben, dass Sie nicht unbedingt ins Rathaus kommen oder anderweitig den Kontakt suchen. 

Als erstes greifbares Ergebnis können wir Ihnen also den Stadtratsticker anbieten. Hier erfahren Sie "just in time" was wir in der Stadtratssitzung diskutieren und beschließen. Zur Einstimmung wird Tage vorher auf wesentliche Punkte hingewiesen, der Ticker ist anschließend noch mehrere Tage online.

Mehr Begegnung heißt natürlich, Ihren Einladungen zu folgen. Das bedeutet neben meiner größer werdenden Familie und dem 40-h-Job als Ärztin Organisationsgeschick und eine gewisse Ruhelosigkeit. Es ist mir aber sehr wichtig. Um meine Arbeit als Stadträtin zu qualifizieren, schließlich kann ich meine Augen und Ohren nicht überall haben, biete ich selber Gelegenheiten zum Austausch. In eher lockerer Runde findet aller 2 Monate ein offener Stammtisch in der Innenstadt statt. Meist geben wir für die erste Stunde ein Thema vor und laden eineN ReferentIn ein. Als Stadträtin nutze ich aber auch die im Bundes- und Landtag viel erprobten Instrumente der Anhörung bzw. des Fachgespräches. Sowohl als Vorschlag für unseren Fachausschuss, überwiegend aber selbst organisiert, lade ich Sie ins Rathaus ein. Um Nichtanwesende über die Debatten zu informieren, veröffentlichen wir anschließend einen Bericht.

Kommunalpolitik ist ein spannendes Feld, das zu sehr unterschätzt wird. Mit meiner Arbeit möchte ich dazu beitragen, der Verantwortung gerecht zu werden - und das bedeutet, in den Mühen der Ebene unendliche Sitzungen zu überstehen. Ich möchte aber auch zeigen, welche Kompetenzen wir als Stadträte haben, welchen Einfluss und welche Entscheidungskompetenz. Das erreichen wir, wenn wir unsere Arbeit öffentlich machen.

Maxime meines Handelns ist es, mich eben nicht hinter den Bürgermeistern wegzuducken. Mehr zu meiner Arbeit erfahren Sie auf meiner Homepage, die stets aktualisiert wird. Hier können Sie die Reden, Texte und Berichte nachlesen. 

... solidarisch, innovativ, grün

Ich wurde am 02.08.1978 in Bad Kissingen/Unterfranken geboren. Für Politik begann ich mich früh zu interessieren, wuchs ich doch in einem sehr politischen Haushalt auf. Mein Vater ist langjähriges SPD- und Gewerkschaftsmitglied, meine Mutter verließ 1982 die FDP nach deren Entscheidung, fortan mit der CDU zu regieren. In den Diskussionen zu Hause war der Name Helmut Kohl immer präsent, und so gehöre ich zur Generation derer, die lange keinen anderen Kanzler kannten.

Politik spielte sich bei uns aber auch im Kleinen ab. Damit ich als Nachzüglerin nicht alleine aufwuchs, nahmen meine Eltern Pflegekinder auf; zeitweilig waren wir mit 7 Kindern (meine beiden Schwestern waren da allerdings schon im Studium) eine echte Großfamilie. Über meine Geschwister bekam ich allerdings auch einen Blick für die andere Seite der Gesellschaft – Familien, in denen Kinder nicht bleiben konnten, weil die Eltern materiell und vor allem psychisch den Anforderungen nicht gewachsen waren. Das ist für mich auch heute Antrieb zu politischen Engagement.

Politik im Kleinen war auch das Engagement meiner Mutter für das damals noch sozialistische Polen; sie organisierte zum Beispiel Unterstützungspakete. Mein Nach der Wende gehörte der Besuch von Tschernobylkindern oder der Austausch mit Wroclaw/Breslau (organisiert von den Jungen Europäern) oder Ungarn (Schüleraustausch) dazu. Mein Vater, aktives Gewerkschafts- und Betriebsratsmitglied, vermittelte mir Einblicke in das Arbeiterleben. Als Werkstudentin arbeitete ich mehrere Sommer in einer Fabrik in Schweinfurt. Hier traf ich auf Handwerker, die am Band mehr verdienen konnten als in ihrem Beruf oder auf Zuwanderer aus der Türkei, Polen, Kasachstan und Rumänien. Für sie war die Fabrikarbeit zwar oft ein beruflicher Abstieg, aber getragen von dem Wunsch, dass es ihren Kindern einmal besser gehen sollte.

Mitzuwirken in der Politik war schon früh mein Ziel. Mit 14 war meine politische Richtung klar: Bündnis 90/Die Grünen. 1994 trat ich bei und engagierte mich auf Kreisebene, verteilte die Zeitung der Kissinger Grünen, das „Lästermaul“, im Wohngebiet und wurde bald zu Parteitagen delegiert. Nach dem Abitur wirkte ich im ersten Landesvorstand der Grünen Jugend Bayern mit beim Aufbau der Strukturen und des Kontaktes zu den bayerischen Grünen. Bald wurde ich in den Bundesvorstand der Grünen Jugend gewählt und arbeitete hier thematisch zu Frauen-, Wehr- und Globalisierungspolitik. Daneben arbeitete ich ehrenamtlich im neu entstandenen Weltladen in Bad Kissingen.

2000 führte mich das Studium der Humanmedizin nach Leipzig – ganz bewusst nach Ostdeutschland. Das Zusammenwachsen der beiden Deutschland war dafür der eine Anlass, aber auch der Unglaube, dass es im Osten nicht nur noch Neonazis geben könne. Die Berichterstattung in den Medien spiegelte ja ab Ende der 90er nur noch dieses Bild wieder.

Politisch engagierte ich mich nun wieder stärker auf kommunaler Ebene. Unter anderem gehörte dazu, die Grüne Jugend aufzuwecken, und 2002 gelang uns dann wirklich deren Reaktivierung in Leipzig. Zu dieser Zeit war ich außerdem im Kreisvorstand der Bündnis 90/Die Grünen und ab April bis November 2002 auch als deren Geschäftsführerin und Wahlkoordinatorin aktiv. In Anschluss an die für uns sehr erfolgreiche Wahl arbeitete ich im Wahlkreisbüro unseres Bundestagsabgeordneten Peter Hettlich.

Dies eröffnete mir den Kontakt zum „Raumschiff“ Bundestag, was mich veranlasste, auch anderen Menschen einen Einblick zu ermöglichen. Daraus wurde die Idee des Shadowing geboren: Bis zu einer Woche bekamen junge Leute aus Sachsen die Gelegenheit, einem Abgeordneten über die Schulter zu schauen und ihn im Bundestag zu begleiten, also zu beschatten. Ich habe erlebt, dass das ein sehr erfolgreicher Ansatz ist, jungen Menschen zu zeigen, wie Politik funktioniert, warum Gesetze so lange brauchen, warum der Plenarsaal häufig so leer ist.

Im April 2003 wurde ich in den Landesvorstand gewählt. Das führte bereits im Vorfeld dazu, dass ich sehr viel von Sachsen kennen lernte: als „Reiseland“ an den Wochenenden und als „Problemland“ bei meinen Besuchen in den Kreisverbänden. In erster Linie beschäftigten wir uns mit den Vorbereitungen zur Landtagswahl und bereiteten den Wiedereinzug bündnisgrüner Politiker in den sächsischen Landtag nach 10 Jahren Abstinenz vor. Außerdem gelang es uns erfolgreich, Gisela Kallenbach auf einen aussichtsreichen Platz zur Europawahl zu platzieren und den Leipzigern und Sachsen erfolgreich grüne Europapolitik nahe zu bringen.

Persönlich war für mich das Jahr 2004 mit meiner Wahl in den Stadtrat sehr erfolgreich. Das bedeutete für mich erstmalig, praktische Politik machen zu können. Dafür, was ich vorher als Zuständige für Soziales in Papieren und Wahlprogrammentwürfen formulierte, konnte und kann ich mich nunmehr auf kommunaler Ebene stark machen. Als einen ersten Erfolg sehe ich für mich die Verbesserung der wohnortnahen Kinderbetreuung sowie die Einrichtung des Arge-Beirates, auf den die Stadtverwaltung lange warten ließ.

Allerdings erlebe ich auch, wie wenig Gestaltungsmöglichkeit ein Stadtrat in Zeiten leerer Kassen, aber vor allem bei schwacher verfassungsrechtlicher Stellung hat. Erfolge werden häufig der Politik der Stadtverwaltung und nicht dem Stadtrat zugeschrieben. Der starken Stellung des Oberbürgermeisters kommen die ehrenamtlichen Stadträte oft nur bei der Haushaltsaufstellung bei. Als echte Behinderung nehme ich die Kürzung in der Fraktionsfinanzierung wahr – ein schwer vermittelbares Problem, wird man doch schnell in die Ecke von Raffkes geschoben und weniger erkannt, wie wichtig es für die BürgerInnen ist, dass die Aufgaben Kontrolle und Information geleistet werden können.